Besuch von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider bei den HUG

Visita della consigliera federale Elisabeth Baume-Schneider agli HUG

Im Rahmen der 79. Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nutzte die für Gesundheit zuständige Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI), ihren Aufenthalt in Genf für einen Besuch der HUG. Dabei traf sie die Teams des Transplantationsdienstes sowie Patientinnen und Patienten.

Mit den Worten «Sie können stolz auf die HUG sein» würdigte die Vorsteherin des EDI das Engagement und die Exzellenz der Transplantationsteams. Begleitet von Staatsrat Pierre Maudet, Vorsteher des Departements für Gesundheit und Mobilität, wurde sie von Robert Mardini, Generaldirektor der HUG, Prof. Klara Posfay Barbe, Medizinische Direktorin, Sandra Merkli, Pflegedirektorin, sowie Gaëtan Tiger, Direktor für Projekte und Prozesse, empfangen. Die Bundesrätin, die sich sehr zugänglich und interessiert zeigte, tauschte sich anschliessend mit den Fachpersonen aus und besuchte die Einheiten des Transplantationsdienstes, um die Mitarbeitenden vor Ort kennenzulernen.
 

Eine menschliche Begegnung im Zentrum der Versorgung

Besonders eindrücklich wurde der Besuch durch die Begegnungen mit transplantierten Personen. Unter ihnen befand sich der Schauspieler Joseph Gorgoni, alias Marie-Thérèse Porchet, der nach einer Fibrose, Covid, 42 Tagen im Koma und einer schweren Pilzinfektion eine doppelte Lungentransplantation erhielt. Ebenso würdigte der ehemalige Schweizer Skirennfahrer William Besse, eine prägende Figur der Abfahrtsszene der 1990er-Jahre, die Arbeit der Teams. Aufgrund einer schweren Autoimmunerkrankung erhielt er erfolgreich eine Lebertransplantation an den HUG und sprach seinem Spender sowie den Teams des Spitals seinen Dank aus. Die Anwesenheit von Raphaël, einem jungen lebertransplantierten Patienten, erinnerte zudem daran, dass die HUG das einzige Zentrum für pädiatrische Lebertransplantation in der Schweiz sind (Schweizerisches Kinderleberzentrum) – eine nationale Verantwortung, die seit der ersten Transplantation im Jahr 1987 mit Ergebnissen auf europäischem Spitzenniveau wahrgenommen wird.
 

Eine Medizin, die die gesamte Institution mobilisiert

Die Delegation traf zudem die Transplantationskoordinatorinnen Sofia Bosch und Marie-Claude Kempf, unverzichtbare Bindeglieder zwischen dem medizinischen Personal und den Patientinnen und Patienten. Sie erklären, beruhigen und begleiten die Betroffenen in jeder Phase eines langen und anspruchsvollen Weges und berichteten von der emotionalen Dimension ihrer Aufgabe. Ihre menschliche Präsenz steht im Zentrum einer hochspezialisierten Medizin, in der zwischenmenschliche Kompetenzen, Zuhören und Verfügbarkeit eine wesentliche Rolle spielen.

Transplantationsmedizin ist an den HUG nicht Sache eines einzelnen Dienstes, sondern mobilisiert die gesamte Institution. Sie beruht auf einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Departement für Chirurgie, dem Departement für Medizin sowie dem Departement Frau, Kind und Jugendlicher. Chirurginnen und Chirurgen, Internistinnen und Internisten, Infektiologinnen und Infektiologen, Nephrologinnen und Nephrologen, Hepatologinnen und Hepatologen, Pneumologinnen und Pneumologen, Anästhesistinnen und Anästhesisten, Intensivmedizinerinnen und Intensivmediziner, Kinderärztinnen und Kinderärzte, Psychiaterinnen und Psychiater sowie Pflegefachpersonen arbeiten Hand in Hand – von der Evaluation der Transplantationskandidatinnen und -kandidaten bis zur langfristigen Nachsorge transplantierter Patientinnen und Patienten. Diese in diesem Umfang seltene Interdisziplinarität ist eine der grossen Stärken des Genfer Modells und gewährleistet eine umfassende, kohärente und kontinuierliche Betreuung.

Organmangel: eine kollektive und dringliche Herausforderung

Hinter jeder erfolgreichen Transplantation steht eine komplexe Realität: der chronische Mangel an verfügbaren Organen. Im Jahr 2025 führten die HUG 104 Transplantationen durch, darunter 47 Lebertransplantationen. Diese Zahlen zeugen von einer hohen Aktivität, verdecken jedoch nicht das Ausmass des ungedeckten Bedarfs. In der Schweiz warten jederzeit mehrere hundert Menschen auf eine Transplantation, und etwa 60 bis 80 von ihnen erhalten jedes Jahr nicht rechtzeitig ein Organ.

Auf gesetzlicher Ebene hat das Schweizer Volk im Mai 2022 das Prinzip der erweiterten Widerspruchslösung angenommen: Personen, die keine Organe spenden möchten, müssen dies künftig ausdrücklich festhalten. Diese bedeutende Neuerung wird jedoch voraussichtlich erst ab dem dritten Quartal 2027 in Kraft treten. Die HUG gehen davon aus, dass dieses neue Gesetz zu einer Zunahme der Organspenden um 10 bis 15 % führen dürfte.

Ein Referenzdienst auf regionaler und nationaler Ebene

Unter der Leitung von Prof. Philippe Compagnon gewährleistet der Transplantationsdienst der HUG die Abklärung, Behandlung und medizinisch-chirurgische Nachsorge von Patientinnen und Patienten mit soliden Organtransplantationen: Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Langerhans-Inseln, Dünndarm und multiviszerale Transplantationen. Innerhalb des Westschweizer Universitätszentrums für Transplantation teilen sich die HUG und das CHUV die Fachgebiete nach anatomischer Logik: Lausanne für thorakale Organe (Herz und Lunge), Genf für abdominale Organe. Darüber hinaus nehmen die HUG eine führende Stellung in der Transplantation von Langerhans-Inseln ein, einer Alternative zur vollständigen Pankreastransplantation bei Typ-1-Diabetes. Dieses Leadership beruht auf den Arbeiten des Labors für Isolation und Transplantation von Inselzellen (LITC) unter der Leitung von Prof. Ekaterina Berishvili, das weltweit an dritter Stelle der aktivsten Zentren rangiert.

«Dieser Besuch zeigt, was die Stärke der HUG ausmacht: Teams, die sich mit höchstem Anspruch und grosser Menschlichkeit vollständig ihren Patientinnen und Patienten widmen», betonte Robert Mardini. Der Besuch von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider und die Anwesenheit von Staatsrat Pierre Maudet bestätigen, was die Zahlen belegen: An den HUG rettet die Transplantationsmedizin Leben und eröffnet neue Wege für die Medizin von morgen. Elisabeth Baume-Schneider erklärte während ihres Besuchs zudem: «Man sieht hier, dass Leben gerettet werden», und dankte den Mitarbeitenden für ihr Engagement zugunsten der Patientinnen und Patienten.

Dernière mise à jour : 21/05/2026