Nach acht langen Jahren und ausgedehnten Tourneen ist es nun da, das neue Album des Gentleman of Pop, dem Dichter und Denker und Teilzeitmönch. Mit seinen 77 Jahren kann es sich Cohen leisten, Erwartungen zu enttäuschen oder sich Freiheiten zu nehmen, welche den Plattenbossen Schweissperlen auf die Stirn treiben. Jede Marketingabteilung würde vor Verzweiflung schreien, müsste sie ein Produkt verkaufen, das sich „ alte Ideen“ nennt. Dabei ist es gerade diese Freiheit, welche dieses Werk so unwiderstehlich macht. Da schwelgt die Geige, es zupft das Banjo, da singen Chörchen und es schwirbelt die Orgel. Cohen offeriert mit Brummbass seine Weisheiten und Einsichten nicht zum Trost. Es würde nicht wundern, würde „Old Ideas“ sein erfolgreichstes Werk.